Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehäuser sind primär aus Gründen des Umweltschutzes und der Ressourcenschonung erforderlich. Der Einsatz von Energie für die Beheizung, die Belüftung und die Versorgung mit Licht muss auf das Notwendige begrenzt werden. Aus den Ergebnissen ist abzuleiten, dass dem baulichen Wärmeschutz eine zentrale Bedeutung zukommt.

Bei der Verwirklichung eines hohen Wärmeschutzes sind jedoch auch alle anderen Funktionen des jeweiligen Bauteils, wie dessen Tragfähigkeit, dessen Brand- und Schall-

schutz sowie dessen Regen- und Feuchteschutz, zu beachten. Eine gewissenhafte und fachgerechte Ausführung ist maßgebend für den Erfolg.

Das verwendete Bauholz sollte

• 18 Masse-% mittlere Holzfeuchte nicht übersteigen

• eine Tragfähigkeit entsprechend der Sortierklasse S10 nach DIN 4074 Teil 1

[4] haben und

• scharfkantig sein

Wesentliche Elemente sind hierbei Außenbauteile mit kleinen Wärmedurchgangskoeffizienten und Bauteilanschlüsse mit kleinen Wärmebrückenverlustkoeffizienten, eine weitgehend luftdichte Gebäudehülle und eine dem Bedarf angepasste Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie eine Anlagentechnik mit möglichst hohem Jahresnutzungsgrad.

Bei einer mittleren Holzfeuchte 20 Masse-% kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden. Der Verzicht auf chemische Holzschutzmittel ist zunehmend ein wichtiges Entscheidungsargument für Bauherren. Wohn- und Verwaltungsgebäude können somit komplett ohne chemischen Holzschutz gebaut werden.

Der Ausbildung von Bauteilanschlüssen ist künftig eine wesentlich größere Bedeutung beizumessen, als dies bislang der Fall war. Fehler in der Planung und der handwerklichen Ausführung in diesem Bereich können sich bis hin zu Schäden (Schimmelpilzbildung) auswirken. In jedem Fall treten aber höhere Wärmeverluste auf als notwendig. Um die bei Bauteilanschlüssen in der Regel erheblichen zusätzlichen Wärmeverluste durch Wärmebrückenwirkungen und durch Undichtheiten, die den Luftwechsel beeinflussen, möglichst gering zu halten, ist eine sorgfältige Detailausbildung, die möglichst luftdicht ist und möglichst geringe zusätzliche Wärmeverluste infolge von Wärmebrückenwirkungen her-

vorruft erforderlich.

Für die Bestimmung der Luftdichtheit kann ein sogenannter "Blower Door"-Test durchgeführt werden. Mit einem solchen Meßgerät kann mit relativ geringem Aufwand die Luftdurchlässigkeit vom gesamten Gebäude bestimmt werden.

Die Luftdichtheit ist für die Reduzierung des unkontrollierten Wärmeverlustes von größter Bedeutung. Um Durchdringungen zu vermeiden, werden Installationsebenen für die Aufnahme von Installationen aller Art raumseitig vor der Luftdichtheitsschicht vorgesehen.